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Autor:

René Descartes

SprecherIn:

Jürgen Gergov

Hörbuch-Länge:

3 Stunden 2 Minuten

Meditationen – René Descartes

Autor: 

René Descartes

Sprecher: 

Jürgen Gergov

Hörbuch-Länge:

3 Stunden 2 Minuten

Kategorie:

Hauptwerke der Philosophie, Philosophie

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Über dieses Hörbuch

Die «Meditationen über die Erste Philosophie, in welcher die Existenz Gottes und die Unsterblichkeit der Seele bewiesen wird» (lat. Meditationes de prima philosophia, in qua Dei existentia et animae immortalitas demonstratur) sind eines der wichtigsten philosophischen und wissenschaftlichen Hauptwerke der Weltliteratur:

Geschrieben vom französischen Philosophen René Descartes im Jahre 1641.

Erste Meditation: Der systematische Zweifel an allem

In der ersten Meditation wendet Descartes den methodischen Zweifel an.

Dabei setzt er nicht bei den einzelnen Erkenntnissen, sondern bei den Prinzipien der Erkenntnisse selbst an, auf die er bis dahin alles stützte, was er für wahr hielt.

Zunächst klammert er alle Erkenntnisse aus, welche nur mittels sinnlicher Wahrnehmung vermittelt werden.

Dann klammert er Erkenntnisse aus, die Arithmetik, Geometrie und vergleichbare Wissenschaften vermitteln, wie sie von allgemeinen Dingen handeln und bei denen es nicht relevant ist, ob sie wirklich existieren, denn ein böser Dämon (Descartscher Dämon) könnte diese Erkenntnisse auch vorgetäuscht haben.

Was ist unbezweifelbar? – Ich bin.

In der zweiten Meditation nennt Descartes einen Punkt, der von dem, was er in der ersten Meditation methodisch angezweifelt hat, verschieden ist und keinen Anlass zu Zweifeln bietet, da selbst ein möglicher böser Dämon ihn in diesem Punkt nicht täuschen kann.

«Zweifellos bin also auch Ich, wenn er mich täuscht; mag er mich nun täuschen, so viel er kann, so wird er doch nie bewirken können, daß ich nicht sei, so lange ich denke, ich sei etwas. Nachdem ich so alles genug und übergenug erwogen habe, muß ich schließlich festhalten, daß der Satz «Ich bin, Ich existiere», so oft ich ihn ausspreche oder im Geiste auffasse, notwendig wahr sei

Damit hat Descartes einen Fixpunkt gefunden, von dem er ausgehen kann:

Ich denke, also bin ich. (Cogito ergo sum.)

Dritte Meditation: Ontologischer Gottesbeweis

Die Leitfrage der dritten Meditation lautet nun, wie sich darauf sichere Erkenntnis aufbauen lässt.

Dazu muss Descartes zunächst die Existenz des betrügenden Gottes, den er in der ersten Meditation eingeführt hat, ausschließen.

Descartes gelingt dies über einen Gottesbeweis, in welchem er von der Idee Gottes, die er in sich trägt, auf dessen Existenz schließt: Da jede Ursache (Gott) prinzipiell vollkommener sei als ihre Folge (die Schöpfung, der Mensch) und die Idee eines unendlichen, unabhängigen, allwissenden und allmächtigen Wesens nicht von einem Menschen als unvollkommenem Wesen selbst hervorgebracht worden sein könne, folgert Descartes, dass Gott notwendig existiere.

Dies schließe die Existenz eines betrügenden Gottes aus, denn Gott könne ihn unmöglich täuschen, da Täuschung in den Bereich des Unvollkommenen gehört und damit der Idee Gottes als vollkommenem Wesen widersprechen würde.

Die Endlichkeit des Menschen

In der vierten Meditation erläutert Descartes, warum sich Menschen trotz der Nichtexistenz eines betrügenden Gottes in ihren Sinneseindrücken irren können.

Diese menschliche Irrtumsfähigkeit sei nicht von Gott gewollt oder von ihm hervorgebracht, sondern liege in der Endlichkeit des Menschen begründet.

Die Möglichkeit des Menschen zu Erkenntnis zu gelangen sind begrenzt, sodass er bei diesem Erkenntnisprozess auch zu falschen Urteilen gelangen könnte.

Fünfte und Sechste Meditation

In der fünften und sechsten Meditation muss Descartes nur noch Zweifel an der sinnlichen Wahrnehmung ausräumen, wozu mehr nötig ist, als nur auf ein mögliches vorschnelles Urteil zu verweisen.

In der fünften Meditation folgert Descartes erneut die Existenz Gottes, indem er von dessen Definition als vollkommenem Wesen auf dessen Existenz schließt.

In der sechsten Meditation führt Descartes aus, dass Sinnesempfindungen immer an ein denkendes und empfindendes Ich gebunden sind.

Gott pflanze den Menschen die Vorstellung ein, Sinnesempfindungen rührten vom Körper her.

Da es mit Gottes Wesen unvereinbar sei, dass er den Menschen täusche, müssten körperliche Dinge wahrhaft existieren.

Den Bereich des denkenden, urteilenden Ichs bezeichnet Descartes als res cogitans, während die körperlichen Dinge, also die Objektwelt in den Bereich der res extensa fallen.

Aus seinen Ausführungen schließt Descartes, dass alles das wahr ist, was klar und deutlich erkannt werden kann, sodass er eine sichere Basis für philosophische Erkenntnis gefunden habe.

Descartes und die wissenschaftliche Revolution

Abgesehen vom oben genannten kniffligen Denkverlauf, ob man aus dem Denken bereits auf eine Existenz schließen kann oder sogar muss, und abgesehen von seinen mathematischen Errungenschaften als Mit-Erfinder der Infinitesimalrechnung, kommt Descartes eine ungeheure, meist verkannte Bedeutung für die Weltgeschichte zu.

Denn erstmals erhebt jemand systematische Zweifel an dem, was er weiss und wahrnimmt.

Wollte man zu Descartes Zeiten wissen, was die Wahrheit ist und was überhaupt ist, gab es meist eine einfache Antwort: «Lies die Bibel. Dort steht alles drin.»

Descartes gibt sich nicht damit zufrieden und versucht den einen Ausgangspunkt zu finden, den er nicht bezweifeln kann: Ich denke, also bin ich.

Descartes gehört mit dieser Methode zu den Begründern der modernen, naturwissenschaftlichen Denkweise, die letztlich den Zweifel oder – mit Thomas Kuhn formuliert – die ständige Prüfung und Falsifikation von Theorien zum Gegenstand hat.

Ohne Philosophen wie Descartes wäre die wissenschaftliche Revolution der letzten 400 Jahre wohl kaum denkbar gewesen.

Weitere Informationen

Mehr Informationen zu den Meditationen von Descartes findest Du auf Wikipedia.

Wir empfehlen zur Lektüre der Meditationen die Ausgabe des Meiner Verlages für Philosophie.

Von Descartes haben wir zudem «Die Abhandlung über die Methode des richtigen Denkens» (Discours de la Methode) als Hörbuch vertont.

Weitere Hauptwerke der Philosophie findest Du in der Kategorie: Philosophie

Andrea Anderheggen
Andrea Anderheggen
Verfasser, andrea@fliegenglas.com

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